Wein-WeltenWein- und Wanderparadies Ahr

Wein- und Wanderparadies Ahr

Das sympathische Anbaugebiet Ahr zählt zu den kleineren Herkünften in Deutschland. Mit rund 560 Hektar bestockter Rebfläche weist es jedoch zugleich eine bemerkenswerte Besonderheit auf. Denn zu 85 Prozent sind die Rebgärten mit roten Sorten bepflanzt, allen voran der Blaue Spätburgunder und sein kleiner Bruder, der Blaue Frühburgunder. Der Spätburgunder gilt als die edelste Rotweinsorte hierzulande, und, wie der Name besagt, braucht er Zeit zur Reife. Wie aber geht das in einem der nördlichsten Anbaugebiete?

Weingut Maibachfarm
Weingut Maibachfarm

Die Geduld oder Risikobereitschaft der Winzer mit dem Erntezeitpunkt ist die eine Seite. Die andere betrifft die klimatischen, topografischen wie geologischen Gegebenheiten. Mehr als die Hälfte der Rebflächen sind Steil- und Steilstlagen mit ihren Weinbergterrassen an den sich rasch erwärmenden Schiefer-, Basalt- und dunklen Sandsteinhängen. Aufgrund der West-Ost-Ausrichtung der Weinahr liegen die meisten Weinberge nördlich des Flusses und können dank ihrer Ausrichtung tagsüber optimal Sonnenwärme nutzen. Die steilen Südhänge heizen sich mit ihrem dunklen Gestein tagsüber rasch auf und geben die gespeicherte Wärme langsam ab. So ist für ausgeglichene Temperaturen gesorgt, auch in die Nacht hinein.

Ahrsteig

Ahrsteig - Foto: Ahrtal-Tourismus-Bad-Neuenahr-Ahrweiler-e.V

Weinanbau betrieben hier schon die Römer, die erste urkundliche Erwähnung datiert jedoch aus dem Jahre 770, wo von Weinbergen „ad Aram“, an der Ahr, die Rede ist. Der Durchbruch zum Rotweinspezialisten begann allerdings erst ab 1794, als der Linksrhein französisch wurde und Burgunderreben massiv angepflanzt wurden.

Keine 90 Kilometer braucht die Ahr, um von der Quelle in der Eifel bei Sinzig in den Rhein zu münden. An der Mittelahr, etwa ab der Ortschaft Altenahr, verengt sich das Tal schluchtartig, die Felsen sind bis zu 200 Metern tief eingeschnitten mit spektakulär aufsteigenden schroffen Felsgraten. Die rechte Seite der Flusslandschaft wird hier von Wäldern mit vielen Wanderwegen dominiert. Auf der linken Seite der Ahr herrschen Weingärten auf den jahrhundertealten steilen Weinbergterrassen vor. Die Talsohle hat hier teilweise Breiten von gerade einmal 50 Metern. Zwischen Rech und Marienthal wird das Tal weiter, um sich dann bis zur Bunten Kuh – einem Felsvorsprung unweit von Walporzheim – wieder zu verengen. Ab dort öffnet sich das Tal dann abrupt und führt über Ahrweiler, Bad Neuenahr, Heppingen und Heimersheim in eine fruchtbare Auenlandschaft über, bevor die Ahr zum Mündungsdelta bei Sinzig in den Rhein mündet. Diese Vielfalt an Natur- und Kulturlandschaften auf nur wenigen Fluss-Kilometern macht den großen Reiz des Ahrtals aus.

Dabei bleibt alles recht übersichtlich: Das Weinbaugebiet zwischen Altenahr und Heimersheim misst gerade einmal 25 Kilometer, die Bundesstraße 267 verbindet die Weinorte im Tal ebenso wie die Bahn. Die Region lebt vom Weinbau und den obligatorischen Weinfesten sowie vom Tourismus, dieser spricht Weinliebhaber an, ebenso Wanderer und Radfahrer. Die entsprechende touristische Infrastruktur für Aktivurlauber ist als sehr gut zu bezeichnen.

Der Ahr-Radweg ist keine Rennstrecke, sondern ein Radwanderweg, der von der Ahr-Quelle in Blankenheim entlang der Ahr bis zu ihrer Mündung führt. Es ist also ein Flussradweg, der geringe Steigungen aufweist. Einige Abschnitte sind umgebaute Bahntrassen. Die knapp 80 Km lange Route startet mitten in der Eifel und führt zunächst durch eine Tallandschaft mit weiten Flussschlingen. Zwischen Altenahr und Walporzheim wurden insgesamt zwei Tunnel und sieben Ahrbrücken zum Radweg. Ab Ahrweiler verläuft der Weg dann meist am Flussufer. Bei Kripp mündet die Ahr in den Rhein und der Ahr-Radweg erreicht den Rhein-Radweg.

Ebenfalls von der Quelle zur Mündung der Ahr führt der AhrSteig auf insgesamt sieben Etappen und rund 100 Km von Blankenheim nach Sinzig. Die Etappen eins bis vier sind mit einem blauen AhrSteig-Logo gekennzeichnet, blau symbolisiert das Wasser als Quelle des Lebens. Ab Kreuzberg sind die Etappen fünf bis sieben mit einem roten Logo markiert, das die Farbe des Ahr-Rotweins repräsentiert. Beide Teilstücke tragen das Gütesiegel "Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ des Deutschen Wanderverbands. Die Etappen sind fast durchgängig anspruchsvoll, der Schwierigkeitsgrad reicht von mittel bis schwer.

Der Rotweinwanderweg führt auf einer Strecke von rund 35 Kilometern mit 11 recht kurzen Etappen auf dem nördlich gelegenen Flußufer von Altenahr bis Bad Bodenheim. Eine rote Traube ist das Wanderzeichen. Der Weg führt durch Weinbergsteillagen und schroffe Felspartien, durch offene Weinberge oder durch Waldstücke. Auf jeden Fall ist es eine sehr abwechslungsreiche Genuss-Wanderstrecke unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade. Sie verbindet meist auf halber Höhe der Hänge die Weinorte, in die man je nach Gusto absteigen kann, um in einer der zahlreichen Straußwirtschaften oder Vinotheken eine Pause einzulegen oder um mit dem Zug zum Ausgangspunkt zurück zu fahren.

Text: Wolfgang Ehrhardt

Und nun zu den selection-Tipps für eine Weinprobe oder mehr bei Weingütern und Winzergenossenschaften:

Ahr-Winzer eG - Dagernova Weinmanufaktur
Heerstraße 91-93
53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler
Tel.: +49 26 41 / 9472-0
www.dagernova.de

Weingut Maibachfarm
Im Maibachtal 100
53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler
Tel.: +49 26 41 3 66 79
www.maibachfarm.de

Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr
Ahrrotweinstraße 42
53508 Mayschoß
Tel.: +49 2643 93 60 0
www.wg-mayschoss.de

Weingut Schloßhof H. A. Ley
Hauptstraße 49
53507 Dernau/Ahrtal
Tel.: +49 2643 84 65
www.weingut-schlosshof.de

Weingut & Restaurant St. Nepomuk
Rotweinstraße 5
53506 Rech
Tel.: +49 2643 90 29 07
www.stnepomuk-rech.de

Weitere Infos unter:
www.ahrsteig.de
www.ahrtal.de
www.dasahrtal.de
www.ahr-rotweinwanderweg.de
www.ahrwein.de

Quelle Fotos und Karten:
Ahrtal-Tourismus Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V.

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