Winzer & WeingüterUnkompliziertes Vergnügen

Unkompliziertes Vergnügen

Vor 10 Jahren baute Stefanie Karpf ihren ersten eigenen Wein aus, einen fruchtigen, unbeschwerten Silvaner, ideal für schöne Sommertage. Seitdem beweist die 32-jährige Württembergerin jedes Jahr, dass auch leichte Gewächse sehr viel Charme aufweisen können, sozusagen Trinkvergnügen für Jedermann und Jedefrau.   

Stefanie Karpf - Weingut Zimmer
Stefanie Karpf - Foto: Weingut Zimmer

Wer sich nach der Arbeit ein Glas Wein gönnt, soll den Tropfen vom ersten Schluck an unkompliziert genießen können, lautet das Motto von Stefanie. Das Leben ist manchmal schon kompliziert genug und da ist ein easy drinking-Wein gerade das Richtige. Aber auch solche Weine macht man quasi nicht mit links, wenn sie wirklich schmecken sollen. Die Grundlage dafür legte Stefanie bereits als 16-jährige Auszubildende bei den renommierten württembergischen Betieben Gerd Aldinger und Hans Haidle sowie im Staatsweingut Weinsberg. Danach besuchte sie die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau im fränkischen Veitshöchheim und verbrachte ein halbes Jahr bei diversen Weingütern in Neuseeland. Dort, und in Franken, wurde sie nachhaltig vom Weißweinvirus infiziert, weshalb mittlerweile die Hälfte des 6,5 Hektar umfassenden eigenen Betriebes im Rotweinland Württemberg mit weißen Sorten bepflanzt sind. Anstecken ließ sie sich ebenfalls vom ökologischen Anbau, den die Familie nun seit 2013 betreibt. "Das war für uns ein großer Schritt in die Zukunft", berichtet Stefanie, die das Weingut mit ihrem Mann in den kommenden Jahren ganz übernehmen wird. "Wir werden uns auch weiterhin mit dem Thema Klima auseinander setzen und die Weichen stellen für die nächste Generation." Die ist gerade mal ein Jahr alt und Stefanie will ihrem Sohn Leon demnächst eine Cuvée aus Merlot und Cabernet Sauvignon widmen. Er soll einmal in die Fußstapfen seiner Mutter treten, die bereits seit dem Kindergarten wusste, was sie später werden will. Nicht zuletzt, um die Familientradition zu erhalten, die bis ins Jahr 1615 zurückreicht.

Neben der Arbeit bleibt noch etwas Zeit für Hobbys. Wenn sie nicht gerade als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr als Maschinistin für Löschfahrzeuge bei Einsätzen oder Übungen unterwegs ist, fährt sie gerne Motorrad. Auf ihrer KTM Duke 690 ist sie meist im Welzheimer Wald oder der Löwensteiner Platte unterwegs.

Zeit für Kunden hat sie natürlich ebenfalls. Muss sie auch, das Weingut in Stetten liegt nur 10 Kilometer von Stuttgart entfernt, aber dennoch mitten im Grünen. Ihre Weine können sogar an einem Biotop verkostet werden oder im Gutsausschank. Hier genießt man dazu einen Blick auf die historische Yburg, eine Burgruine, um die sich die Toplage Pulvermächer schlängelt.

Ach ja, Rotwein kann Stefanie ebenfalls. Wie man damit richtig umgeht, hat sie vor allem bei einem Praktikum beim Weingut Schloss Halbturn am Neusiedlersee gelernt. Und ihr Geheimnis beim Weinmachen ist der Faktor Zeit. "Frauen legen mehr Geduld an den Tag, wenn der Wein nicht gleich so will, wie er soll."

www.zimmer-weingut.de

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