Warum denn immer einfach, wenn es auch kompliziert geht. Da Franken als Heimat des Silvaners gilt, war es für Lukas naheliegend einen solchen als sein Meisterprojekt zu kreieren. Nichts einfacher als das, schließlich durfte der Frischling dafür auf Trauben aus über 50 Jahre alte Reben des besten familieneigenen Weinbergs zurückgreifen. Das alleine hätte schon für Power und Struktur gesorgt. Was aber macht nun Lukas? Er lässt den Wein völlig frankenuntypisch im Barriquefass spontan vergären.

"Anfangs war die Familie verständlicherweise sehr überrascht",

blickt er amüsiert zurück. Aber mittlerweile wird bei jeder größeren Familienfeier eine Flasche Meisterschluck geöffnet.

Inspiriert für den damaligen Ausreißer im Sortiment des Hauses wurde der Jungwinzer durch seine Praktika in zwei ausländischen Betrieben, die in ihrer Region jeweils zu den Top-Erzeugern zählen: Dreisiebner Stammhaus in der Steiermark, ein eingesessener Familienbetrieb in einer ähnlichen Größe und die Kellerei Tramin, eine der Spitzenerzeuger Italiens mit über 200 Hektar Rebfläche. Ausschlaggebend waren dabei die klimatischen Verhältnisse und der Rebsortenspiegel, der mit Franken einiges gemeinsam hat. "Beide Regionen sind, aus meiner Sicht, die Top-Weißweinregionen der Welt, dicht gefolgt von Franken", merkt Lukas an. Gut, diese Meinung muss nicht jeder in Bezug auf die Steiermark und Franken komplett teilen. Aber mit fränkischen Weinen hat er noch viel vor und Visionen gehören nun einmal zum Leben eines ehrgeizigen und talentierten Jungwinzers.

Dazu zählt auch der nächste Schritt. Seit dem neuen Jahr gibt es nämlich den bisherigen Namen Weingut Frank & Lukas Schmidt offiziell nicht mehr. Der Betrieb nennt sich jetzt Meier Schmidt Weinerlebnis, dank der Fusion mit dem Weingut Markus Meier in Ulsenheim. Dessen bisheriger Inhaber baute den Nebenerwerbsweinbau seiner Eltern zu einem anspruchsvollen 20 Hektar Weingut mit Toplagen um. Der Zusammenschluss macht Sinn, nicht nur da beide Familien bereits seit über 20 Jahren zusammen arbeiten. "Wir werden nun mit einer Doppelführungsspitze arbeiten und einfach nur geile Weine machen", verspricht Lukas. Den geilen Meisterschluck soll es aber auch noch in Zukunft geben, als Sortimentsergänzung zu künftig gemeinsamen Weinen aus Riesling, Scheurebe und Silvaner oder dem Sneak Preview, dem ersten Wein von Markus Meier und Lukas Schmidt. Dabei wird auf die Angabe von Rebsorte, Geschmacksangabe oder Lage bewusst verzichtet. "Sneak ist unsere unkomplizierte Allzweckwaffe, es geht einfach darum, den Wein zu genießen, ganz ohne Vorurteil", merkt Lukas an. Quasi Blindverkostung sehenden Auges. Da wird es künftig noch viel Spannendes aus dem neuen Hause geben.

 www.meier-schmidt.de