Winzer & WeingüterDie philosophische Weinprinzessin

Die philosophische Weinprinzessin

Schon während ihres Weinbau- und Oenologie-Studiums in Geisenheim entstand bei Katharina Krieger die Idee, eine eigene kleine Kollektion zu entwickeln. Die ersten Versuche vor fünf Jahren erwiesen sich gleich als Volltreffer. Doch die heute 26-jährige Pfälzerin aus Rhodt ruht sich nicht auf vergangenen Lorbeeren aus.  

Katharina Krieger - Foto: Weingut Fleischmann Krieger
Katharina Krieger - Foto: Weingut Fleischmann Krieger

Oft fragen Kunden die Berufsgruppe der Winzer nach ihrer Philosophie. Nun, eine wirklich philosophische Aussage erhält man in der Regel nicht. Das erwartet ja auch niemand, schließlich zielt diese Frage eher auf den Ausbaustil der Weine und vielleicht noch auf die Bewirtschaftung der Weinberge. Stellt man die Frage aber an Katharina, sollte man sich nicht wundern, wenn die Antwort etwas anders ausfällt. "Ich lese gerne etwas Philosophisches, wie beispielsweise „Das Café am Rande der Welt“, eine Erzählung über den Sinn des Lebens, oder Werke von Richard David Precht", so die Jungwinzerin über ihre Buchvorlieben.  

Darüber nachdenken kann sie bei Arbeiten in und mit der Natur. "Es gibt für mich nichts Schöneres, der Geist wird frei und neue Ideen entstehen." Zum Beispiel, wie sie den 30 Hektar Rebflächen umfassenden Familienbetrieb Fleischmann-Krieger, dessen Geschichte bis ins Jahr 1652 zurück reicht, weiter in die Zukunft führen kann. Etwa durch die noch stärkere Fokussierung auf die Herkunftslagen ihrer Rieslinge und Burgundersorten, aus denen sie sehr dichte, konzentrierte Weine erzeugen will, die sich auf einem noch höheren Qualitätsniveau befinden.

Nicht nur aus Gründen der langen Tradition gab Katharina, die mit einem Spätburgunder und einem Cabernet Sauvignon des Jahrgangs 2015 für Aufsehen sorgte, letztlich auch ihre eigene Kollektion "Weine mit Herz" auf und füllt nur noch unter dem Label Fleischmann-Krieger ab. "Wir hatten eine Zeitlang sogar drei Weinlinien, von meinen Eltern, meinem Bruder und von mir, das wäre auf Dauer nicht sinnvoll, wenn man national und international das Weingut weiter voranbringen will", meint die ehemalige Weinprinzessin. Ihre Favoriten sind heute eben dem Riesling Chardonnay und Spätburgunder, wobei sie Weine aus dem Burgund als oenologische Inspiration betrachtet.

Getreu dem Zitat „Die Welt gehört dem, der sie genießt“, liebt sie alles rund um den Genuss. Dazu zählen auch Kochen und Backen, wovon man sich auch im eigenen Restaurant „Vinorant“ überzeugen kann. Dabei legt sie Wert auf Regionalität, Nachhaltigkeit, sowie Frische und Saisonalität, begleitet von den passenden Weinen. "Ich sehe das Streben nach Harmonie und Balance im Glas als die zentrale Idee der Vinifikation an." Das Resultat sind authentische Weine, die eine komplexe Struktur aufzeigen, moderat im Alkoholgehalt und reif in der Säure sind, sowie einen animierenden Trinkfluss bieten. Oder, mit den Worten von Katharina: "Mit viel Eigensinn und viel Gespür entstehen große Weine mit langem Reifepotential."

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