Weinszene“Unsere Besten” – weshalb das sinnvoll ist

“Unsere Besten” – weshalb das sinnvoll ist

Neulich erhielt ich eine Anfrage eines bekannten Winzers, die sicher nicht nur den Absender umtreibt: Warum zeichnet unser Magazin denn so viele "Betriebe des Jahres" aus? Sei das nicht inflationär?

Foto: Roland Kretschmer www.goldgelb-werbung.de

Nun ja, denken Sie doch einmal an die Olympischen Spiele oder Leichtathletik-Weltmeisterschaften. Da gibt es bekanntlich auch nicht nur einen Gesamtsieger, vielmehr gibt es Titel für alle möglichen Wettbewerbe, alleine bei den Laufdisziplinen.

Ganz so weit gehen wir nicht. Wir küren zwar etwa den "Rosé-Winzer des Jahres", aber nicht noch unterteilt nach den besten Produzenten vom Spätburgunder-, Merlot- oder Portugieser-Rosé in verschiedenen Ausbauvarianten.

Ich bin voll und ganz davon überzeugt, dass sich nicht nur die prämierten Winzer über solche Titel freuen. Es ist doch auch für die Konsumenten oder Gastronomen gut zu wissen, wer beispielsweise tolle Roséweine erzeugt, aus den Sorten Müller-Thurgau und Silvaner hervorragende Weine bereitet oder wer bei den Bio-Weingütern glänzt. Und das Schöne dabei ist außerdem, dass man nicht selten auf Betriebe stößt, die keinen weltbekannten Namen tragen, aber in bestimmten Bereichen einfach zu den "Besten" zählen. Wie bei Olympia etwa, man kennt den Namen des 100-Meter-Siegers, aber der Gewinner des 3.000-Meter-Hindernislaufs ist den meisten unbekannt. Und das ist diesem gegenüber nicht fair.

Unsere teils noch ziemlich neuen "Besten"-Listen sind eine logische Weiterentwicklung von mittlerweile so etablierten Wettbewerben unseres Magazins wie Deutschlands Jungwinzer und Jungwinzerinnen des Jahres, Weingüter, Winzerinnen, Winzergenossenschaften oder Händler des Jahres. Ich finde das eine Bereicherung und eine angemessene Würdigung von Winzerinnen und Winzern, die zumindest in einem Segment der Weinvielfalt zu den "Besten" zählen. Und es ist wie bei der Olympiade: Nur wer mitmacht kann gewinnen.

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